Mittwoch, 28. Januar 2015

Geometrisches Kuscheln

Wie hinlänglich bekannt, sind wir vergangenen Spätsommer umgezogen. Seit Ende November ist nun auch endlich unser Sofa da. Höchste Zeit für die gequiltete Sofadecke, die mir seit meinem ersten Deckenprojekt vorschwebte. Und nun ist sie fertig :D.


Besonders gut gefallen haben mir zuletzt Decken mit eher geometrischem Muster, gerne in Dreiecksform  (Sew Kate Sew, und viele Decken von crafty blossom - letztendlich auch in der Farbkombi, die ich liebe und die meine Vorlage wurde). Gut, wusste ich schonmal Art des Musters: HST (Half Square Triangles), also rechtwinklige Dreieckige im Farbschema Grau/Currygelb/Creme/Schwarz. Als Stoff habe ich einfache Baumwolle von Stoff und Stil verwendet, hier hat man eine recht große Farbpalette. Schöner wärs natürlich, die Farben vorher in echt zu sehen, aber ich hatte Glück und es passte einigermaßen. Ein etwas helleres, wärmeres Grau wäre evtl. noch schöner gewesen. Dazu habe ich mir auf gut Glück Baumwolle in Petrol bestellt und jaa, passte gut dazu. Entscheidung fürs Backing war gefallen - meine Lieblingsfarben im Moment vereint: Curry, Petrol, Grautöne. Fröhliches Mädchen ich.

Ich wollte diesmal schon eine etwas größere Decke fürs Sofa, leider ziehts ein bisschen durchs Dachfenster und auch so bin ich ein Sofadeckentyp. Endgröße ist nun ca. 1,30m x 1,70m geworden, genauer gesagt 10 x 13 Quadrate. Es gibt Schneidevorlagen für HST, ich habe aber keine. Dafür habe ich ein 15x15 cm Patchworklineal, was ich als Vorlage genommen habe (inzwischen habe ich auch einen guten Rollschneider. Das ist SO viel wert).


HST lassen sich gut so machen: Man schneidet Quadrate in den jeweiligen Farben aus, legt dann immer zwei Quadrate aufeinander und zeichnet die Diagonale auf. Nun näht man jeweils füßchenbreit (1/4 inch) neben der Diagonalen die beiden Quadrate zusammen (am schnellsten gehts, wenn man einige Quadratportionen gleich hintereinander weg zusammen näht und nicht jedes Mal den Faden abschneidet). Anschließend werden die Quadrate entlang der Diagonale mit dem Rollschneider auseinandergeschnitten - und siehe da: zwei exakt gleiche HST-Blocks. Die Blocks auffalten und bügeln, die Nahtzugabe zur dunkleren Seite hin und mit möglichst wenig Bewegung bügeln, angeblich verziehen sich die Blocks sonst. Hier ist die Anfertigung von HST nach dieser Methode auch nochmal gut erklärt.

Der Teil der Arbeit zog sich dann doch etwas..



Anschließend werden die Quadrate nach Belieben angeordnet und dann in immer in Reihen aufeinandergenäht. Wenn man ordentlich arbeitet, passt das auch ganz gut zusammen - yeah! Die Reihen dann auch aneinander nähen und fertig ist das Top.
Als Innenvlies habe ich dieses Mal Baumwollvlies von Stoff und Stil verwendet - eine bedingt gute Wahl. Zum Einen finde ich das Vlies ziemlich dick, zum anderen fusselt es wie Seuche. Dafür greift es sich deutlich angenehmer als Polyester - wobei das im fertigen Zusand dann auch nicht mehr so die Rolle spielt. Ich habe es jetzt für diese Decke dennnoch verwendet, ich habe grad kein anderes und was tu ich sonst damit?

Durch die sehr dicke Decke hatte ich allerdings ziemliche Schwierigkeiten beim Quilten - man musste die Decke richtiggehend durch die Maschine zerren, der Oberstofftransport funktioniert ja gar nicht mehr. Selbst mit größerer Stichlänge und den dicksten Nadeln ist es mir nicht wirklich gelungen, gleichmäßige Stiche zu fabrizieren. Das find ich etwas schade, denn der Rest ist sehr ordentlich geworden. Ich hätte es auch gern noch etwas mehr gequiltet, aber die Aussicht, das Monster noch öfter durch die Maschine zu ziehen hat mich nicht gerade beflügelt.. So habe ich lediglich alle zwei Quadrate die Nähte füßchenbreit abgesteppt. Hat jemand von den erfahrerenen Quilterinnen Tipps für mich? Dünneres Innenfutter, ok. Aber gibts vielleicht spezielle Füßchen (ist allerdings sie Frage, obs das für meine Maschine auch gibt)? Mir ist immer noch sehr schleierhaft, wie man sowas frei maschinenquiltet..

Hier sieht man die Problematik ganz gut:


Zum Schluss gabs noch ein Einfassband in Petrol. Wie letztes Mal auch auf der Oberseite von Hand angenäht. Das wird schöner und ich mag den meditativen Aspekt. Ging auch ziemlich schnell diesmal. Eine gewonnene Biathlon-Damenstaffel und ein, zwei Folgen Castle ;).


Trotz den Widrigkeiten: Ich mag sie! Sehr!





Und wer bis hierher durchgehalten hat, der hat sich einen Keks verdient. Gute Blogger teilen das auf ein paar Einträge auf. Und machen vielleicht noch ein paar Work in Progress Bilder.. naja, vielleicht beim nächsten Mal ;).

Kommentare:

  1. Ich finde sie sehr schön geworden, trotz der Probleme die du hattest. Leider kann ich dir da auch nicht weiterhelfen. Die zwei (Baby-)Quilts die ich bisher genäht habe, habe ich beide mit der Hand gequiltet, eben weil ich Angst hatte, dass es mit der Maschine nicht ordentlich wird. Das werde ich mit meiner Hexagon-Tagesdecke auch irgendwann tun, auch weil ich einen komplett handgenähten Quilt nicht mit der Maschine beenden will.
    Aber wie schon gesagt, die Decke ist wirklich schön geworden und vielleicht denkst du bald gar nicht mehr an die unterschiedlichen Stichlängen. Ich mag dass du die Rückseite in Petrol gemacht hast, gibt nochmal einen ganz unterwarteten Farbklang dazu.
    lg ette

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    1. Danke - ich find sie ja schon auch schön ;). Von einer komplett handgenähten/quilteten Decke bin ich weit entfernt, ich glaub, das wär mir dann doch zu viel. Und das meine Handnähte besonders gleichmäßig werden, kann ich mir kaum vorstellen. Handquilten selbst würde ich aber schon gern mal ausprobieren.
      Das Petrol war erst gar nicht geplant, aber wie die Stoffe da so lagen, hab ich mich in die Kombi verliebt!
      Liebe Grüße,
      Kathi

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  2. Ein Traumteil! Da ich nicht nähe, sehe ich nur das Endergebnis und bewundere es total. Wunderbare Farbwahl!
    Gemütliches Kuscheln wünscht
    Evelyn

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  3. oh die ist wirklich wunder, wunderschön geworden!
    Passt super zum Füchschen ;)

    Das mit dem Futter kann ich nachvollziehen, ich bin ehrlichgesagt ziemlich erstaunt was für dicke Vliese immer als Futter für Quilts angeboten werden. Ich hab mich immer gefragt warum. Denn ich habe zwar den verdacht das richtige Quiltmaschinen einen Fuß haben der schlichtweg meht nach oben gestellt werden kann. Aber selten hab ich auf den Fotos wirklich dicke Quilts gesehen die die Vliese die man so dafür findet erklären. Falls du eine Lösung dieses Rätsels gefunden hast ich wäre auch daran interessiert sie zu erfahren ;)

    Bis dahin -> gut Sofa kuscheln! :)

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    1. Danke dir! Für den Babyquilt hatte ich auch relativ dicken Vlies - aber da dachte ich auch, dass man die Decke auf den Boden legt, daher macht dicker auch Sinn. Aber für normale Decken muss es wohl noch was dünneres geben ;). Und ja, ich werde Ausschau halten..

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    2. Zum Thema Quilt bin ich gerade über das hier http://www.quiltstar.de/index.html bei ringelmiez gestolpert, und musste an diesen Eintrag denken.
      Schon gesehen?

      Ist zwar in Freiburg, aber wenn du dort mal wieder Bummeln oder Frühstücken gehst. Kann man sich ja mal die adresse merken. ;)

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    3. Ich hatte es bei Ringelmiez zwar mal gesehen, aber irgendwie nur so halb registriert. Sollte ich unbedingt mal besuchen, danke!

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  4. Deine Decke ist toll geworden! Die Farbkombination gefällt mir besonders gut, ich denke die Rückseite in petrol betont das ganze noch zusätzlich. Ich bewundere auch schon seit längerem die Quilts von crafty blossom, irgendwann werde ich auch etwas nur aus Dreiecken nähen.
    Und was die unregelmäßigen Stiche angeht, die siehst nur du, und ich glaube sobald die Decke richtig in Gebrauch ist, fällt es dir auch nicht mehr auf. Ich habe eine Maschine mit Obertransport und großem Durchlass, und es wird auch nicht immer perfekt, besonders bei dickem Vließ. Ich kämpfe da auch gerade mit einer Decke. Was aber hilft, ist zu schauen, dass vor dem Nähfuß die Decke locker liegt, damit der Transporteur die Decke nicht aus deinem Schoß hochziehen muss, dann werden die Stiche nämlich viel kleiner. Ich hoffe du verstehst, was ich meine.
    Lg Magdalena

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    1. Ohja, von den crafty blossom quilts könnte ich so einige nachnähen, ich mag die Farben auch sehr gerne, die dort verwendet werden.
      Ich habe während des Nähens auch herumexperimentiert (an der Seite schieben/führen, von hinten ziehen/vorne anheben..), manchmal gings besser, manchmal schlechter, aber eine echte Regelmäßigkeit hab ich leider nicht entdeckt. Ich hatte schon den Tisch ausgeklappt, so dass ich mehr Auflagefläche habe, aber irgendwann ist halt auch Schluss mit dem Platz :). Aber ja, ich verstehe was du meinst und werde das nächste Mal darauf achten - danke!

      Liebe Grüße,
      Kathi

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  5. Sooo ein schöner Blog und sooo kreativ! Ich hab hier grade mal richtig vertieft gestöbert und bin ganz glücklich, auf deinen Blog gestossen zu sein...! :)
    Ganz liebe Grüße, Heike

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    1. Ooh, das ist aber ein lieber Kommentar - freut mich, dass es dir hier gefällt :).
      Liebe Grüße, Kathi

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  6. Hallo Kathi!
    Ich verfolg ja Deine Blogs schon recht lange und bin immer wieder von Deiner Kreativität fasziniert.
    Was das Freihandquilten betrifft:
    das kann man mit dem Stopffuß der Maschine machen (ist sicher bei Deiner Pfaff auch dabei) und dabei wird die Transporteur versenkt, dadurch kann man dann das Werkstück schön "hin und her" bewegen.
    Wenn man mit dem normalen Füßchen quiltet, hilft ein Obertransporter (wie stoffexperimente schon schrieb)
    da meine Maschine nur einen kleinen Durchlaß hat, quilte ich große Quilts per Hand -- ist sehr kontemplativ, aber dauert halt auch seine Zeit.
    lG und möge der Stoff nie ausgehen (-;
    Michaela

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