Samstag, 30. August 2014

Wenn Freundinnen heiraten..

Ja, es ist mal wieder soweit, eine Hochzeit steht an. Nicht nur irgendeine, diesmal darf ich sogar die Trauzeugin spielen - meine liebe Freundin aus Studienzeiten heiratet und hat sich an eine im nicht ganz nüchtern Zustand getroffene Vereinbarung gehalten (ich hoffe, nicht nur deswegen ;) ).

Leider wohne ich inzwischen relativ weit weg, so dass ich mich nicht ganz so um Planungen mitkümmern konnte, wie sich das für Trauzeuginnen vermutlich gehört, noch dazu steht bei uns 2 Tage nach der Hochzeit der Umzug an (daher hier auch kein selbstgenähtes Kleid an dieser Stelle, schade eigentlich).

Aber ein bisschen was sollte dann doch einfließen - und da wir schon beim Kleid aussuchen feststellten "alles wo Hochzeit draufsteht kostet gleich mal das Vierfache" bot ich an, das Ringkissen zu nähen. Sollte ja nicht allzu schwer sein.


Dann war ich aber doch lange recht ratlos. Habe mir unzählige Varianten im Internet angeguckt. Wenige gefielen mir, alles was mir so spontan einfiel ging eher nicht - mein Geschmack deckt sich nur seehr bedingt mit dem von meiner lieben Freundin (wir waren ein etwas merkwürdiges Gespann - laut ihrer Aussage"die Tussi und der Grufti" - Tussi würde ich jetzt gar nicht mal unbedingt sagen, der Geschmack geht in Richtung klassisch-elegant und gerne mit Swarovskisteinen (hehe, spätestens da liegen wir seehr weit auseinander). Mit meinen Leinen und Wäschespitzenideen oder noch schlimmer - Naturelemente - brauchte ich ihr also nicht zu kommen. Ahja, zweifarbig sollte es bitte auch nicht sein..

Karstadt nahm mir dann die Entscheidung ziemlich ab, der einzige passende Stoff war ein Brautsatin, fertig bestickt. Nagut, also wirds der. Ich habe dann einfach noch cremefarbenes, leicht schillerndes Organzaband in zwei überlappenden Bahnen aufgenäht, ein Organzaschleifchen gebastelt und aufgenäht und je zwei Satinbändchen für die Ringe drunter angebracht. Hinten (hier hab ich die Perlen abgetrennt, trägt sich unbequem) gibts eine Trageschlaufe aus demselben Organzaband in etwas breiter, damit man das Kissen auch nicht verliert. Ja, das wars dann auch schon. So gaanz zufrieden war/bin ich nicht.. hatte auch noch nach Swarovskiklebelementen geguckt, aber irgendwie Angst, dass mir der Kleber den Stoff zerstört. Also hier klein Blingbling, sorry. Die Namensschildchen sind eigentlich nur Platzhalter. Aber vielleicht auch ganz praktisch, so weiß man im Eifer des Gefechts gleich, welcher Ring der Richtige ist ;). Darf das Brautpaar entscheiden, ob sie bleiben.


Gewünscht wird Geld, das wollte ich aber nicht einfach in einem Umschlag überreichen.
Lange gegrübelt. Bücher durchgeblättert, Internet geguckt (ja sag mal, was gibts denn da für hässliches Zeug!).. und mich schließlich für einen Geldregen entschieden (oh Wortwitz du..).

Porzellangießkanne (später ein Blumentopf oder whatever) mit Floristenschwamm füllen, darein 2 Schaschlickspieße mit Wimpelkette (na endlich, wo ich doch keine Cupcakes backe *gg*). Darauf gibts Geld in Münzen und gerollten, beschleiften Scheinen. Alles auf ein Moosbett setzen und kunstvoll (ähäm) in Blumenfolie einpacken. Kärtchen schreiben, überreichen, feiern. Alles gute liebe Olga, lieber Christoph - auf viele, viele glückliche gemeinsame Tage!


Ach und weil ich doch noch Zeit hatte: Kleines Gimmick für die morgendliche Brautvorbereitung (oder den Vorabend, oder wann halt nötig um hibbelnde Bald-Bräute zu beruhigen): Mantrasekt und -schokolade. Anhänger mit Mantra umbinden, fertig.
(Nein, ich sag jetzt nicht, dass mir seitdem das höchst hochzeitlich anmutende "Ich bin die Ruhe selbst" von Janus im Kopf herumspukt.. ;).)


Mittwoch, 27. August 2014

Auf den Nadeln: Blue Sand Cardigan

Tut sie noch was? Lebt sie noch?
Ja sie lebt noch.. Sie packt allerdings gerade vor allem Kisten und putzt die alte Wohnung. Trotzdem hab ich abends dann doch ab und an auch mal zum aktuellen Strickprojekt gegriffen. Das geht mehr so recht als schlecht voran.

Angefangen habe ich im Mai mit ambitionierten Maschenproben. Ganz brav habe ich die Maschenprobe diesmal sogar gewaschen, bevor ich sie ausgemessen habe. Das Ding soll ja passen. Ahja, das Ding ist übrigens der Blue Sand Cardigan von Maison Rililie, ein gemütlicher langer Strickcardigan, der vorne offen ist (sowas trag ich meistens, nur nicht so lang). Inspiriert von dieser Variante hier mit dünnen Streifen, Blockstreifen mag ich nicht so sehr.


Back to Maschenprobe: 4 mm ergeben nicht so wirklich was Brauchbares, 3,5 mm passt besser. Nach langem Hin und Hergerechne entscheide ich mich also für 3.5mm und Gr. S.

Dann strickte ich mehr oder weniger ambitioniert los, die Schulterkonstruktion (ich stricke die "combined yoke" Variante, das ist kein richtiger Raglanschnitt) ist spannend und wird sehr ausführlich erklärt. Danach zieht sichs etwas.. bzw. hab ich erstmal lange Pause gemacht ;).

Farblich habe ich mich für ein Petrolblau und ein Grau mit leichtem Grünbraunstich entschieden. Ich verbinde den Cardigan mit französischem Meer, da wollte ich einen maritimen Touch haben. Farblich bin ich mir inzwischen leider so gar nicht mehr sicher.. vielleicht hätte mir ein dunkleres Blau doch besser gefallen? Oder lieber hell mit dunklen Streifen (aber eine graue Strickjacke hab ich ja dieses Jahr schon fabriziert). Gestern war ich dann soweit, dass ichs mir endlich mal übergeworfen habe und mich im Spiegel betrachtete.  Man verzeihe diese Fotos, aber es regnete gestern ohne Unterlass. Das beeinträchtigt die Lichtverhältnisse hier in der Wohnung "etwas".


Fakt 1: Ziemlich groß.. v.a. am Rücken. Das Ding fällt schon locker, aber das letzte Meisengarn ist beim Waschen auch nochmal gut größer geworden, das bereitet mir etwas Sorge..


Fakt 2: Farblich find ichs - gerade zu grau und Jeans doch ganz ok (wobei es nicht gaanz in mein sonstiges Farbschema passt).

Also hab ich (nach etwas Ribbelarbeit da Nichtzusammenpassen meines Körpers mit der Anleitung) doch wieder weiter gestrickt und bin jetzt mit dem Shortrow-Teil (das macht den hinteren Teil länger als vorne) fertig, heißt jetzt kommen Taschen (spannend!) und die strukturierte Blende. Ich hoff jetzt einfach mal, dass es nicht allzusehr wächst. Vielleicht macht sichs auch als Oversize-Cardigan gar nicht so schlecht.. Hm, absolute Zuversicht sieht anders aus.

Weiter gehts dann erst in der nächsten Woche (oder später), denn ich bräuchte jetzt kleinere Stricknadeln und die sind - wie fast alles um mich herum.. in irgendeiner Kiste. Nächste Woche kommt der Lastwagen, dann folgt fröhliches Auspacken und dann find ich sie bestimmt wieder.

Samstag, 26. Juli 2014

Seja bem-vindo!


Und mal wieder ein Willkommensgeschenk für einen kleinen Erdenbürger. Eigentlich ist der Erdenbürger, bzw. die Erdenbürgerin yet to come, aber da das Geschenk einen weiteren Weg überwinden muss, hab ich mich diese Woche richtig ins Zeug gelegt und zwischen Umzugsfirmenbesichtigungen, Arbeiten. Tanzen, Yoga und sonstigen Planungen auch mal eben noch ein weiteres Paar Baby Booties gestrickt.



Ja, man könnte auch mal was anderes machen, aber mir wurde versichert, die recht eckigen Schuhe halten gut an kleinen Füßen und in Anbetracht des Zeitmangels wollte ich dann doch auf Altbewährtes zurückgreifen. Daher auch wie immer in Lang Merino 120 superwash gestrickt, richtig mutig wurde ich diesmal allerdings in der Farbkombi. Ich habs ja nicht sehr mit rosa und halte so gar nichts von "Mädchen/Jungenfarben", aber ich glaube hier freut sich die Mama schon sehr über sowas.. und in Kombi mit dem schönen Beerenton ist auch dieses Rosa erträglich. Noch dazu mit diesen perfekt passenden Sternknöpfen :D.

Dann noch schnell ne Karte gebastelt und ab gehts - ich hoffe, die Post braucht nicht wieder zwei Monate bis nach Brasilien.. und falls sich jemand wundert - brasilianische Frühjahrsnächte in Minas Gerais können ziemlich kühl werden..


Strickmuster: Oh Baby Booties von DoubleDiamondKnits
Wolle: Lang Merino 120 superwash, gekauft bei Tolle Wolle, Nürnberg
Stricknadeln: 3,5 mm
Knöpfe: gekauft im Perlenmarkt, Nürnberg

Sonntag, 13. Juli 2014

Grüne Welle - Naiada

Heute kann ich endlich mal wieder Bilder von Gestricktem zeigen - mein Tuch aus "Jokerwolle" ist fertig. Das Projekt hat mich über zwei Monate begleitet, ich habe in der Mittagspause oder abends mal ein paar Reihen gestrickt und hatte es nicht allzu eilig.

Trotzdem schön, dass ich es jetzt, pünktlich zum Halbjahresherbst tragen kann. Und der nächste echte Herbst kommt bestimmt.. dazwischen wärmt es auch Hals und Schultern auf abendlichen Dachterassensessions.



Das Muster Naiada von Martina Behm strickt sich schön, nach ein paar Wiederholungen habe ich es mir dann auch gemerkt und dann braucht man fast keine Anleitung mehr (musste nur immer mal wieder gucken, wann genau ich Marker versetzen muss). Sowas mag ich - ein bisschen Abwechslung, damit keine Langeweile aufkommt, man kann sich aber nebenbei gut unterhalten und muss sich nicht jedes Mal erst wieder einlesen (nagut, solche Sachen hab ich bislang auch noch nicht gestrickt).

Die Wollmeisenwolle ist ganz wunderbar, der Griff toll, die Farbe der Hammer (ich hab kaum Grün in der Garderobe, dafür aber viel schwarz ;). Weiß macht sich auch gut als Kombipartner. Also Mut zur Kontrastfarbe). Ich habe das fertige Tuch nach dem Waschen kaum gespannt, nur mit den Händen etwas in Form gezogen, es wuchs beim Waschen nochmal kräftig und das Muster kommt so schon sehr gut zur Geltung.

Danke an Mama für die Bilder und auch die Nachbarskatze hat sich mal wieder mit aufs Bild geschlichten ;).



Strickmuster: Naiada von Martina Behm via ravelry
Wolle: 1 Knäuel Wollmeise DK in der Farbe Mistelzweig
Nadeln: 4,5 mm

Montag, 30. Juni 2014

7Sachen #3

7 Sachen für dich ich meine Hände gebraucht habe, die Dritte. Wie immer, einen Tag hinterher.

Meine neueste Errungenschaft ausprobiert und den Sidecut ein wenig nachgeschoren.


Endlich mal wieder Pancakes gefrühstückt. Oh du süße Beerenzeit.


Die Wohnung geputzt. Kein Foto hiervon. Fotos bearbeitet und ausgewählt.


Versucht, neue CDs im CD-Regal einzusortieren. Gescheitert. Brauche neues Regal.


Mobiles Fernsehgerät in die Küche verfrachtet, um mexikanischen Fußballern zuzugucken. Passend zum Spiel u.a. Guacamole zubereitet.


Essen auf viele Schüsselchen verteilt und auf den Tisch gestellt. Ja, ich koche auch für mich allein.


Die letzten Reihen Naidada gestrickt. Was von der Wolle übrig blieb.



Sonntag, 15. Juni 2014

Ahoi: die Seeräubärdecke

Da ist es nun, mein Geheimprojekt, pünktlich fertig zur Übergabe.

Und zwar handelt es sich um eine absolute Premiere: Das erste Mal Patchwork, das erste Mal Quilten - eine Baby(krabbel)decke anlässlich der Taufe des Nichtleins.

Ich hatte einigermaßen Respekt vor dem Projekt, absolut sauberes Arbeiten zählt meiner Meinung nach nicht ganz zu meinen Stärken, dazu wusste ich nicht, wie meine Maschine mit dem vielen Stoff zurecht kommt. Aber die Mühe hat sich gelohnt, ich bin sehr stolz und richtig glücklich mit dem Endergebnis.


Ich wollte es für den Anfang vom Muster her recht einfach halten und habe mich für schlichte Quadrate entschieden, jedes ist incl. Nahtzugabe 16,5 cm breit, so dass die Endquadrate etwa 15 x 15 cm groß sind. 6 x 8 Quadrate, eine Einfassung mit 7,5 cm Endbreite sowie Einfassband aus Musterstoffen mit der Endbreite 2,5 cm. Das ergibt eine Endgröße von ca. 105x135 cm.

Beim gesamten Nähprozess hat mir das Tutorial von Pech & Schwefel gut geholfen.

Am Anfang stand der Stoffkauf, ich wusste gar nicht, in welche Richtung es gehen soll und habe frohen Mutes einen Patchworkstoffladen betreten. Relativ bald hatte ich einen weißgrundigen Stoff mit kleinen maritimen Motiven in der Hand - darum gruppierte sich dann mit Hilfe der Verkäuferin und meines Freundes der Rest. Der Ursprungsstoff musste zum Schluss dann sogar wieder weichen - zu weiß der Grund.

Ein Stoff passt thematisch nicht gaaanz so hinein, aber er musste einfach sein, ist vielleicht sogar mein liebster. (Naa, wer hats erkannt ;)?).


Dann kommt Teil 1: das Zuschneiden. Danach habe ich mir geschworen: Nie wieder Patchworkdecken. Habe ich später zurück genommen, ich  möchte unbedingt noch eine für mich selber nähen. Aber vielleicht kauf ich noch etwas besseres Equipment. Leider mag ich Rollschneider nicht sonderlich. Die ersten Versuche habe ich mit einem Schablonenquadrat getätigt - haut nicht hin, ich rollersäbel immer was vom Quadrat ab, so dass schon bald die Maße nicht mehr stimmen.
Also habe ich mit Hilfe von Geodreieck (leider nur in klein) und Metalllineal alle 48 Quadrate vorgezeichnet und zugeschnitten (doppelte Stofflage, mehr trau ich mich nicht, dann schneidet der Schneider auch schon wieder nicht mehr besonders). Dauer: ca. 3-4 Stunden.

Gibts da irgendwelche Geheimtipps von erfahrenen Patchworkdamen? Gibt es große Geodreiecke mit Metallkanten? Sowas würd ich mir praktisch vorstellen, denn an dem Plastik kann ich eigentlich nicht entlangschneiden, da säbel ich immer was mit weg..


Teil 2: Anordnung finden. Dazu habe ich die Quadrate wild auf dem Boden verteilt und gelegt - halb Augenkrebs bekommen und mich für eine geordnete Anordnung entschieden, die dritte Variante war dann ganz ok (ich wollte hell und dunkelgrundig einigermaßen durchmischt). Die einzelnen Reihen hab ich dann in richtiger Reihenfolge zu Häufchen zusammengesteckt und auch brav die jeweilige Reihennummer vermerkt.
Motivation: eher so lala, das Muster erschien mir viel zu wild und zu bunt. Mutter und Freund beruhigen: Das soll ja auch ne Babydecke werden, die mögen das so. Na dann.


Tja, nun wären viele hübsche Work-in-Progress-Bilder bestimmt hübsch, ich hab aber leider keine mehr. Wie so oft hab ich die Kamera dann schlicht vergessen und drauf losgenäht. Erst die Quadrate reihenweise aneinander, dann die Reihen aneinander. Nahtzugaben immer zu einer Seite bügeln, reihenweise abwechselnd, so wie hier beschrieben.  Das erleichtert das Zusammensetzen, die Nahtzugaben bilden fast eine Nut und die Stoffquadrate passten wirklich gut aneinander, Motivationsschub!
Das Top habe ich an einem Vormittag fertig genäht, Arbeitsaufwand wieder so 3-4 Stunden incl. bügeln. 


Hätte also recht schnell voran gehen können, aaaber währenddessen arbeitete mein Hirn schon an der Rückseite. Die Familie ist recht bärenaffin und so wollte ich auf die Rückseite gerne das Thema aufgreifen und habe mich daher für eine Seeräubär-Applikation (dadaaaa, Wortspielkasse, yeah!) entschieden.

Dafür habe ich den Bären gezeichnet, alle Einzelteile abgepaust und ein Schnittmuster gebastelt. Stoff hatte ich noch vom Bärenkissen von der Hochzeit der inzwischen Bäreneltern übrig (war die "Verpackung" eines Geldgeschenks) - ich mag die Idee sehr, dass die Reste nun auf der Decke ihres Kindes verewigt sind.
Doch Bär nicht genug, irgendwie hatte ich noch einen Schriftzug im Kopf. Erst dachte ich an Taufspruch, das war mir dann aber zu viel. Letztendlich habe ich mich für den Namen des Bärenkindes entschieden. Nach einigen Tests (ich wollte nicht auch noch das Stenciln anfangen.. habe ich die Buchstaben einfach mit Stoffmalfarbe aufgemalt, genau wie die Konturen des Banners. Die Konturen habe ich dann mit engem Zickzack nochmal nach- und aufgesteppt.

Damit der Bär nicht so allein ist, gesellen sich im oberen Eck noch drei Fische aus Reststoffen der Musterstoffe der Vorderseite dazu.

Zeitaufwand: Incl. Ideen sammeln, vorzeichnen, ausschneiden, applizieren, Namen möglichst mittig auf das Banner pinseln.. ein Nachmittag, bestimmt 4 Stunden.





Jetzt kann auch schon gequiltet werden. Unterstoff, Vlies (bei mir ein relativ dickes) und Oberstoff aufeinanderlegen (möglichst gerade..) und mit vielen speziellen Sicherheitsnadeln festpinnen (die sind leicht gebogen, das macht Sinn und erleichtert die Arbeit enorm). Dann hat man schon was deckenähnliches. Jetzt habe ich dieses Sandwich eingerollt und unter die Maschine gewürgt, immer von der Mitte ausgehend genäht. Das ist ab und zu ziemlich  mühsam, weil man viel Stoff einrollen muss, dabei das Hinterteil über einen drüber klappen muss, sonst funktioniert der Stofftransport nicht mehr so toll.. und immer schön im Nahtschatten nähen.
Zum Glück regnets heute den ganzen Tag. Aufwand: ca. 3-4 Stunden.

Fehlte noch die Einfassung. Da habe ich mich wieder an das Pech & Schwefel Tutorial zum Thema Einfassband gehalten, allerdings ist mein Band schmaler, es hat die fertige Breite von 2,5 cm, Gesamtbreite im Zuschnitt also 10 cm. Ich habe dazu also Band in einer Gesamtlänge von ca. 5 m zugeschnitten und dabei Stoffreste von den zwei heller-türkisgrundigen Stoffen, sowie die verrückten Piranhas verwendet. Streifen wollte ich nicht (wird bestimmt schief!), die großen Segelschiffe waren mir zu wenig kontrastierend zum Königsblau der Umrandung und der Lost-in-Space-Roboterstoff ist vom Griff ein wenig anders und feiner, passte auch nicht ganz so gut.
Also abwechselnd türkise Streifen und Monsterfische aneinandernähen, bügeln. Falten, bügeln. Die Rückseite der Einfassstreifen habe ich mit der Maschine genäht und dabei den Tipp beachtet nicht direkt in der gefalteten Lini zu nähen, sondern etwas rechts daneben (so hat man etwas Mehrweite vom Band, um die Deckendicke auszugleichen).
Auf der Oberseite habe ich das Einfassband dann von Hand unsichtbar angenäht. Eine eher meditative Aufgabe, die mir hier aber richtig Spaß gemacht hat. Mit der Maschine wollte ich es nicht machen, da ich Angst hatte, dass sich das ganze sehr verzieht und nicht ordentlich genug wird. Außerdem mag ich es, dass man hier keine Naht sieht.
Dauer: keine Ahnung, Vorarbeit, Band mit Maschine annähen und Ecken - ca. 2-3 Stunden, Band von Hand annähen: einige Folgen Big Bang Theory..


Tja, und das wars dann auch schon. Die Decke fühlt sich traumhaft schön an und ich habe die ganze Zeit, wo sie so halbfertig auf dem Bügelbrett lag schon immer vorsichtig darüber gestreichelt und mich gefreut. Das gibt so richtig Motivation - zu sehen, wie sich etwas, das man näht genau in die Richtung entwickelt, wo man es haben will. Das helle Einfassband gibt der Decke ein schönes Gegengewicht zum Königsblau und der Bär hinten ist einfach ein Zuckerl.

Ja, ich war lange schon nicht mehr so stolz auf etwas Genähtes, auch wenns doch eigentlich "nur" gerade Linien sind.
War sicher nicht die letzte Decke, ich hätt gerne selber eine, in etwas gedeckteren Farben und mit Dreiecken und dann vielleicht noch eine in bunt für den Balkon (haha, der ist noch imaginär, genau wie das Sofa für die erste Decke..).

Jetzt hoff ich, dass sich die Beschenkten über das Geschenk freuen, ich habs wirklich gern gemacht und hoffe, meine Nichte erfreut sich lange an der Decke.

Fakten:
Patchworkdecke 105x135 cm, genäht im Mai 2014
Gesamtdauer incl. Zuschnitt: ca. 3 volle Tage und ein paar abendliche Stunden zum Band annähen (ohne Applikation hinten ca. 1/2 Tag kürzer)
Materialkosten: ca. 100 Euro - Patchworkstoff ist ziemlich teuer und ich hatte einfach nichts, was farblich und stoffmäßig gepasst hätte. Markenvlies hab ich auch gekauft, in der Hoffnung, dass es wirklich lange hält.
Spaßfaktor: Hat man mal zugeschnitten: sehr hoch!

Respekt, wer bis hier hin durchgehalten hat :).

Sonntag, 25. Mai 2014

7Sachen #2

Nicht sehr regelmäßig hier, aber heute halt mal wieder.

7 Sachen, wozu ich meine Hände gebraucht habe, egal ob für 5 Minuten oder für 5 Stunden. Nach Frau Liebe.

Der heutige Sonntag stand ganz im Zeichen des Geheimprojekts. Denn da gibts ne Deadline, und sie kommt näher. Also, schönes Wetter ignorieren und ran an die Nähmaschine.

Doch erstmal Vitamine zum Frühstück

Dann viele Stoffquadrate aneinander nähen. Sich wundern, wie ordentlich man doch arbeiten kann, wenn man sich anstrengt.

Mittagspause mit letztem Tröpfchen Ingwer-Eistee-Sirup. Dringend für Nachschub sorgen!

Neue Ideen (immer noch gleiches Projekt)! Stoffschublade in der Abteilung Buntibunti geöffnet.

Abendessen kochen. Hypermoderne Soundanlage in der Küche mit Spark bestücken und sich mitsamt dem Planwagen nach Südfrankreich träumen.

Na gut. Abendessen draußen ist doch auch schon was wert. Dinner for One, man gönnt sich ja sonst nix.

Noch schnell die Kräuter wässern, sie dankens einem.