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Dienstag, 5. Juli 2016

Krabbeldecke, die Zweite

Soo, ich glaube zwar kaum, dass hier bei meiner regelmäßigen Blogpflege (*hust*) noch jemand mitliest, aber da das hier mal wieder ein Großprojekt war, möchte ich es doch nicht ganz unter den Tisch fallen lassen - über die Doku von Krabbeldecke, die Erste habe ich mich nämlich bei Herstellung der Zweiten durchaus gefreut!

Die zweite Decke ist wieder ein Taufgeschenk und geht an die selbe Familie, wie beim ersten Mal. Mit dem Unterschied, dass ich dieses Mal auch noch Taufpatin bin und irgendwie konnte ich dann nicht "weniger" machen, als beim ersten Mal. Genau gleich wollte ich die Decken aber auch nicht gestalten. Also hab ich etwas rumgezeichnet und bin bei einem Baum als Motiv hängengeblieben - das habe ich dann gleich auch wieder bei der Taufkerze aufgegriffen, dazu dann ein ander Mal mehr.


Vor dem Stoffkauf habe ich mir also ein Skizze gemacht und grobe Mengen überschlagen. Die fertige Decke hat die Maße von ca 1.05 x 1,35m. Dann Stoffe gekauft, im Quiltstar in Freiburg wurde ich fündig und habe sehr schöne Stoffe auswählen können. Ein strukturiertes Braun für den Stamm, bunte Punkte in zueinanderpassenden Farben, cremefarbene Punkte auf beige-grün als Grund und ein türkis-petrolfarbenes Muster als Einfassrand. Amerikanisch/japanische Patchworkstoffe, über den Preis legen wir mal ein Mäntelchen des Schweigens.


Als erstes habe ich mir aus Packpapier die Maße der Innendecke angezeichnet und dann einen Baum entworfen. Gar nicht so einfach, aber irgendwann war ich zufrieden. Ein paar Blätter habe ich auch entworfen, fertig ist das Schnittmuster.


Und dann gings auch schon ans Zuschneiden, das war dieses Mal nicht so nervig wie sonst - waren ja auch nicht so viele Einzelteile. Den Baumstamm habe ich aus Stoffspargründen aus drei Teilen gemacht, das sieht man am Ende kaum, bzw. mag ich die Optik sogar ganz gern. Den Baum habe ich einfach mit engem Zickzackstich (bei mir fast Knopflochstich) auf den Oberstoff appliziert. (Bis hierher: ca. 1/2 Tag Arbeit bei fertiger Schablone)


Praktischerweise kann ich den Stoff bei mir über/auf die Tür pinnen und so bequem die Verteilung der Blätter festlegen - um sie dann alle einzeln aufzusteppen. Hier rächt sich mal wieder ein zu enger Zickzackstich, ab und zu erwische ich die Blätter nicht rundherum ganz - dann muss man halt nochmal ran.


Auch diesmal wollte ich gerne den Namen irgendwo unterbringen - habe ich mich letztes Mal noch für die Rückseite entschieden, wollte ich diesmal die Decke mit einer eindeutigen Vorderseite gestalten. Also, Bann gemalt und ebenfalls aufgesteppt. (Gesamte Stepperei - 1 Tag mit Unterbrechungen). Die Seiteneinfassung ist auch schon dran (7,5 cm breit).


An der Stelle ist das Top fertig - nun mache ich das Sandwich aus Oberstoff, Vlies und Rückseite und befestige alles mit Quiltsicherheitsnadeln aufeinander. Das Vlies ist diesmal dünner als beim letzten Mal, aber immer noch flauschig genug, hoffe ich doch.


Anschließend habe ich mir Quiltlinien mit Kreide vorskizziert. Ich kann mit meiner Maschine nicht wirklich frei quilten und für "echte" Quiltmuster fehlt mir das Können und Equipment. Also habe ich mich für wenige gewellte Linien entscheiden, die ich an Holzmaserungen angelehnt habe. Die einzige senkrechte Quiltnaht ist die Umrandung des Baums - sonst fand ich senkrechte Linien zu störend, die Haptik passt auch so.


Nach dem Quilten habe ich dann noch Einfassband aus den Blätterstoffen gemacht: Schneiden, Nähen, Bügeln. Von der Rückseite her habe ich das Band dann mit der Maschine angenäht, die Vorderseite folgt wie gehabt per Hand. (Stecken, Quilten, Einfassband machen: ca. 1 Tag, Einfassband annähen: ca. 3 EM-Vorrundenspiele ;) ).

Dann: Kreidelinien auswaschen. Kuscheldecke herzen und bewundern.
Ich hoffe, die Decke wird mein Patenkind noch eine ganze Weile begleiten. Bei den ersten Krabbelversuchen, später beim Spielen, vielleicht für Kuscheltiere oder Puppen. Wiedermal hat mir die Arbeit viel Freude gemacht - es ist schön zu sehen, wie so ein Bild entsteht.. außerdem mag ich die Farben sehr - bunt, aber nicht kreischend und doch so harmonisch.





Mittwoch, 28. Januar 2015

Geometrisches Kuscheln

Wie hinlänglich bekannt, sind wir vergangenen Spätsommer umgezogen. Seit Ende November ist nun auch endlich unser Sofa da. Höchste Zeit für die gequiltete Sofadecke, die mir seit meinem ersten Deckenprojekt vorschwebte. Und nun ist sie fertig :D.


Besonders gut gefallen haben mir zuletzt Decken mit eher geometrischem Muster, gerne in Dreiecksform  (Sew Kate Sew, und viele Decken von crafty blossom - letztendlich auch in der Farbkombi, die ich liebe und die meine Vorlage wurde). Gut, wusste ich schonmal Art des Musters: HST (Half Square Triangles), also rechtwinklige Dreieckige im Farbschema Grau/Currygelb/Creme/Schwarz. Als Stoff habe ich einfache Baumwolle von Stoff und Stil verwendet, hier hat man eine recht große Farbpalette. Schöner wärs natürlich, die Farben vorher in echt zu sehen, aber ich hatte Glück und es passte einigermaßen. Ein etwas helleres, wärmeres Grau wäre evtl. noch schöner gewesen. Dazu habe ich mir auf gut Glück Baumwolle in Petrol bestellt und jaa, passte gut dazu. Entscheidung fürs Backing war gefallen - meine Lieblingsfarben im Moment vereint: Curry, Petrol, Grautöne. Fröhliches Mädchen ich.

Ich wollte diesmal schon eine etwas größere Decke fürs Sofa, leider ziehts ein bisschen durchs Dachfenster und auch so bin ich ein Sofadeckentyp. Endgröße ist nun ca. 1,30m x 1,70m geworden, genauer gesagt 10 x 13 Quadrate. Es gibt Schneidevorlagen für HST, ich habe aber keine. Dafür habe ich ein 15x15 cm Patchworklineal, was ich als Vorlage genommen habe (inzwischen habe ich auch einen guten Rollschneider. Das ist SO viel wert).


HST lassen sich gut so machen: Man schneidet Quadrate in den jeweiligen Farben aus, legt dann immer zwei Quadrate aufeinander und zeichnet die Diagonale auf. Nun näht man jeweils füßchenbreit (1/4 inch) neben der Diagonalen die beiden Quadrate zusammen (am schnellsten gehts, wenn man einige Quadratportionen gleich hintereinander weg zusammen näht und nicht jedes Mal den Faden abschneidet). Anschließend werden die Quadrate entlang der Diagonale mit dem Rollschneider auseinandergeschnitten - und siehe da: zwei exakt gleiche HST-Blocks. Die Blocks auffalten und bügeln, die Nahtzugabe zur dunkleren Seite hin und mit möglichst wenig Bewegung bügeln, angeblich verziehen sich die Blocks sonst. Hier ist die Anfertigung von HST nach dieser Methode auch nochmal gut erklärt.

Der Teil der Arbeit zog sich dann doch etwas..



Anschließend werden die Quadrate nach Belieben angeordnet und dann in immer in Reihen aufeinandergenäht. Wenn man ordentlich arbeitet, passt das auch ganz gut zusammen - yeah! Die Reihen dann auch aneinander nähen und fertig ist das Top.
Als Innenvlies habe ich dieses Mal Baumwollvlies von Stoff und Stil verwendet - eine bedingt gute Wahl. Zum Einen finde ich das Vlies ziemlich dick, zum anderen fusselt es wie Seuche. Dafür greift es sich deutlich angenehmer als Polyester - wobei das im fertigen Zusand dann auch nicht mehr so die Rolle spielt. Ich habe es jetzt für diese Decke dennnoch verwendet, ich habe grad kein anderes und was tu ich sonst damit?

Durch die sehr dicke Decke hatte ich allerdings ziemliche Schwierigkeiten beim Quilten - man musste die Decke richtiggehend durch die Maschine zerren, der Oberstofftransport funktioniert ja gar nicht mehr. Selbst mit größerer Stichlänge und den dicksten Nadeln ist es mir nicht wirklich gelungen, gleichmäßige Stiche zu fabrizieren. Das find ich etwas schade, denn der Rest ist sehr ordentlich geworden. Ich hätte es auch gern noch etwas mehr gequiltet, aber die Aussicht, das Monster noch öfter durch die Maschine zu ziehen hat mich nicht gerade beflügelt.. So habe ich lediglich alle zwei Quadrate die Nähte füßchenbreit abgesteppt. Hat jemand von den erfahrerenen Quilterinnen Tipps für mich? Dünneres Innenfutter, ok. Aber gibts vielleicht spezielle Füßchen (ist allerdings sie Frage, obs das für meine Maschine auch gibt)? Mir ist immer noch sehr schleierhaft, wie man sowas frei maschinenquiltet..

Hier sieht man die Problematik ganz gut:


Zum Schluss gabs noch ein Einfassband in Petrol. Wie letztes Mal auch auf der Oberseite von Hand angenäht. Das wird schöner und ich mag den meditativen Aspekt. Ging auch ziemlich schnell diesmal. Eine gewonnene Biathlon-Damenstaffel und ein, zwei Folgen Castle ;).


Trotz den Widrigkeiten: Ich mag sie! Sehr!





Und wer bis hierher durchgehalten hat, der hat sich einen Keks verdient. Gute Blogger teilen das auf ein paar Einträge auf. Und machen vielleicht noch ein paar Work in Progress Bilder.. naja, vielleicht beim nächsten Mal ;).

Mittwoch, 14. Januar 2015

Das war 2014.

Ich hänge etwas hinterher mit meinem Rückblick, aber die letzten Jahre gabs einen kleinen Überblick, daher dieses Jahr auch.

Gefühlt habe ich wieder mehr mit meinen Händen angestellt, vieles davon aber auch erst gegen Ende es Jahres. In der Mitte gab es eine ziemliche Lücke wegen des Umzugs. Insgesamt fang ich langsam an, wieder etwas mehr zu nähen. Außerdem hab ich weiterhin viel gestrick.


Nicht alle Projekte finden sich (schon) auf dem Blog. Den zehnten Stoffkorb muss ich hier ja nicht zeigen ;).

2014 habe ich..
Genäht:
- 2 Röcke, beide viel getragen
- 2 Stoffkörbe
- meine 1. Patchworkdecke mit aufwändigerer Rückengestaltung
- 1 Türaufhaltefuchs
- 1 Babykrabbel-Haremshose
- 1 Tentakelschal (kriegt noch nen extra Eintrag)
- Kleinkram wie Ringkissen, Sofakissen, das erste Mal Paper Piecing ausprobiert..
- 2 Kleider, wobei ich das petrolfarbene noch gar nicht gezeigt habe - es fehlen ordentliche Bilder, sollte ich mal nachreichen..
Hält sich verglichen mit anderen Kreativlingen also ziemlich in Grenzen ;)

Gestrickt:
- viele Mützen (so 4-5)
- Stulpen
- 2 Paar Babyschuhe (auf einmal kriegen alle Freundinnen Kinder..)
- ein großes Tuch
- 2 Strickjacken, auf die ich beide sehr stolz bin und die ich wirklich, wirklich oft getragen habe. Meine Lieblingsstücke dieses Jahr! (Blue Sand Cardigan, Nanook Cardigan) - beide haben doch einiges an Zeit in Anspruch genommen, aber die Zeit wars absolut wert.

Ein paar Pläne fürs kommende Jahr hab ich auch schon.. Stoff für einen einfachen Rock liegt bereit, aber erstmal hat mich das nächste größere Projekt voll in Beschlag: Das neue Sofa braucht eine Sofadecke. Geometrisch und Patchwork.. ich bin mal gespannt, wie das wirkt, wenn sie fertig ist. (Die Zweifel, die Zweifel)


Dienstag, 11. November 2014

Öfter mal was Neues: Paper Piecing

Patchwork und ich, das war ja lang sone Sache.. nicht so wirklich mein Fall. Dann sah ich immer öfter im Netz Decken, die schon eher nach meinem Geschmack waren - eher grafisch als kitschig. Dann kamen erste Erfahrungen mit der Ahoi-Babydecke, die zweite ist gerade in Planung (diesmal kein Baby, diesmal für mich ;) ).

Die Decke muss aber erstmal noch ein bisschen warten, dazwischen soll noch mind. eine Kissenhülle entstehen, fürs neue Gästebett/Tagesbett. Das steht im Arbeitszimmer von meinem Freund, also darf er auch die Kissenfarbe aussuchen. Blau wurde mir aufgetragen. Und weil einfach Blau vielleicht doch etwas langweilig ist, dachte ich an eine kleine Applikation.. und assoziierte die Tardis (Freund guckt sehr gerne Dr. Who, ich bin da noch nicht so drin). Und danns sah ich mehrere wunderbare Tardisse (Tarden? whatever) - und die waren nicht appliziert, sondern "ordentlicher". Ja, so stieß ich auf Foundation Paper Piecing, diese merkwürdige Technik, bei der man ein Blatt Papier mit Bereichen und Zahlen hat und Stoff auf dessen Vorderseite näht, quasi immer den Linien nach. Ganz zum Schluss zupft man dann das Papier vom Stoff. Das funktioniert ein bisschen wie Malen nach Zahlen mit der Nähmaschine. Man muss viel bügeln, hat eine Riesensauerei an Fäden und Papierschnipseln, aber irgendwie machts echt Spaß.


Ich hab mich natürlich noch nicht gleich an die Tardis gewagt, ich wollte die Technik überhaupt mal ausprobieren. Dafür habe ich mir eine Teetasse rausgesucht, hier gibt es das kostenlose Muster dafür. Das war jetzt noch ein relativ einfaches Muster mit ca. 20 Einzelteilen - wenn mans mal kapiert hat, klappte es recht gut (man kann auch wieder auftrennen, ich habs bewiesen ;) ).


Ich mag den etwas geometrischen Look, der dadurch entsteht, dass alles aus geraden Linien besteht. Und es ist wirklich faszinierend, wie kleine Fuzzelteilchen man richtig ordentlich hinkriegt. Das Ergebnis war für ein erstes Probeteil dann doch so überzeugend, dass ich beschlossen habe, es nicht im Mülleimer zu versenken.
Also habe ich ihm eine Lage Fleece und eine Rückseite gegönnt, meine ersten Freihandquiltlinien genäht (mir ist immer noch unklar, wie man damit ganze Decken ordentlich bequiltet) und das kleine Quadrat eingefasst. Jetzt hab ich also einen höchst sinnvollen Teetassen- oder Teekannenuntersetzer. Und das Projekt Tardis kann kommen!


Sonntag, 15. Juni 2014

Ahoi: die Seeräubärdecke

Da ist es nun, mein Geheimprojekt, pünktlich fertig zur Übergabe.

Und zwar handelt es sich um eine absolute Premiere: Das erste Mal Patchwork, das erste Mal Quilten - eine Baby(krabbel)decke anlässlich der Taufe des Nichtleins.

Ich hatte einigermaßen Respekt vor dem Projekt, absolut sauberes Arbeiten zählt meiner Meinung nach nicht ganz zu meinen Stärken, dazu wusste ich nicht, wie meine Maschine mit dem vielen Stoff zurecht kommt. Aber die Mühe hat sich gelohnt, ich bin sehr stolz und richtig glücklich mit dem Endergebnis.


Ich wollte es für den Anfang vom Muster her recht einfach halten und habe mich für schlichte Quadrate entschieden, jedes ist incl. Nahtzugabe 16,5 cm breit, so dass die Endquadrate etwa 15 x 15 cm groß sind. 6 x 8 Quadrate, eine Einfassung mit 7,5 cm Endbreite sowie Einfassband aus Musterstoffen mit der Endbreite 2,5 cm. Das ergibt eine Endgröße von ca. 105x135 cm.

Beim gesamten Nähprozess hat mir das Tutorial von Pech & Schwefel gut geholfen.

Am Anfang stand der Stoffkauf, ich wusste gar nicht, in welche Richtung es gehen soll und habe frohen Mutes einen Patchworkstoffladen betreten. Relativ bald hatte ich einen weißgrundigen Stoff mit kleinen maritimen Motiven in der Hand - darum gruppierte sich dann mit Hilfe der Verkäuferin und meines Freundes der Rest. Der Ursprungsstoff musste zum Schluss dann sogar wieder weichen - zu weiß der Grund.

Ein Stoff passt thematisch nicht gaaanz so hinein, aber er musste einfach sein, ist vielleicht sogar mein liebster. (Naa, wer hats erkannt ;)?).


Dann kommt Teil 1: das Zuschneiden. Danach habe ich mir geschworen: Nie wieder Patchworkdecken. Habe ich später zurück genommen, ich  möchte unbedingt noch eine für mich selber nähen. Aber vielleicht kauf ich noch etwas besseres Equipment. Leider mag ich Rollschneider nicht sonderlich. Die ersten Versuche habe ich mit einem Schablonenquadrat getätigt - haut nicht hin, ich rollersäbel immer was vom Quadrat ab, so dass schon bald die Maße nicht mehr stimmen.
Also habe ich mit Hilfe von Geodreieck (leider nur in klein) und Metalllineal alle 48 Quadrate vorgezeichnet und zugeschnitten (doppelte Stofflage, mehr trau ich mich nicht, dann schneidet der Schneider auch schon wieder nicht mehr besonders). Dauer: ca. 3-4 Stunden.

Gibts da irgendwelche Geheimtipps von erfahrenen Patchworkdamen? Gibt es große Geodreiecke mit Metallkanten? Sowas würd ich mir praktisch vorstellen, denn an dem Plastik kann ich eigentlich nicht entlangschneiden, da säbel ich immer was mit weg..


Teil 2: Anordnung finden. Dazu habe ich die Quadrate wild auf dem Boden verteilt und gelegt - halb Augenkrebs bekommen und mich für eine geordnete Anordnung entschieden, die dritte Variante war dann ganz ok (ich wollte hell und dunkelgrundig einigermaßen durchmischt). Die einzelnen Reihen hab ich dann in richtiger Reihenfolge zu Häufchen zusammengesteckt und auch brav die jeweilige Reihennummer vermerkt.
Motivation: eher so lala, das Muster erschien mir viel zu wild und zu bunt. Mutter und Freund beruhigen: Das soll ja auch ne Babydecke werden, die mögen das so. Na dann.


Tja, nun wären viele hübsche Work-in-Progress-Bilder bestimmt hübsch, ich hab aber leider keine mehr. Wie so oft hab ich die Kamera dann schlicht vergessen und drauf losgenäht. Erst die Quadrate reihenweise aneinander, dann die Reihen aneinander. Nahtzugaben immer zu einer Seite bügeln, reihenweise abwechselnd, so wie hier beschrieben.  Das erleichtert das Zusammensetzen, die Nahtzugaben bilden fast eine Nut und die Stoffquadrate passten wirklich gut aneinander, Motivationsschub!
Das Top habe ich an einem Vormittag fertig genäht, Arbeitsaufwand wieder so 3-4 Stunden incl. bügeln. 


Hätte also recht schnell voran gehen können, aaaber währenddessen arbeitete mein Hirn schon an der Rückseite. Die Familie ist recht bärenaffin und so wollte ich auf die Rückseite gerne das Thema aufgreifen und habe mich daher für eine Seeräubär-Applikation (dadaaaa, Wortspielkasse, yeah!) entschieden.

Dafür habe ich den Bären gezeichnet, alle Einzelteile abgepaust und ein Schnittmuster gebastelt. Stoff hatte ich noch vom Bärenkissen von der Hochzeit der inzwischen Bäreneltern übrig (war die "Verpackung" eines Geldgeschenks) - ich mag die Idee sehr, dass die Reste nun auf der Decke ihres Kindes verewigt sind.
Doch Bär nicht genug, irgendwie hatte ich noch einen Schriftzug im Kopf. Erst dachte ich an Taufspruch, das war mir dann aber zu viel. Letztendlich habe ich mich für den Namen des Bärenkindes entschieden. Nach einigen Tests (ich wollte nicht auch noch das Stenciln anfangen.. habe ich die Buchstaben einfach mit Stoffmalfarbe aufgemalt, genau wie die Konturen des Banners. Die Konturen habe ich dann mit engem Zickzack nochmal nach- und aufgesteppt.

Damit der Bär nicht so allein ist, gesellen sich im oberen Eck noch drei Fische aus Reststoffen der Musterstoffe der Vorderseite dazu.

Zeitaufwand: Incl. Ideen sammeln, vorzeichnen, ausschneiden, applizieren, Namen möglichst mittig auf das Banner pinseln.. ein Nachmittag, bestimmt 4 Stunden.





Jetzt kann auch schon gequiltet werden. Unterstoff, Vlies (bei mir ein relativ dickes) und Oberstoff aufeinanderlegen (möglichst gerade..) und mit vielen speziellen Sicherheitsnadeln festpinnen (die sind leicht gebogen, das macht Sinn und erleichtert die Arbeit enorm). Dann hat man schon was deckenähnliches. Jetzt habe ich dieses Sandwich eingerollt und unter die Maschine gewürgt, immer von der Mitte ausgehend genäht. Das ist ab und zu ziemlich  mühsam, weil man viel Stoff einrollen muss, dabei das Hinterteil über einen drüber klappen muss, sonst funktioniert der Stofftransport nicht mehr so toll.. und immer schön im Nahtschatten nähen.
Zum Glück regnets heute den ganzen Tag. Aufwand: ca. 3-4 Stunden.

Fehlte noch die Einfassung. Da habe ich mich wieder an das Pech & Schwefel Tutorial zum Thema Einfassband gehalten, allerdings ist mein Band schmaler, es hat die fertige Breite von 2,5 cm, Gesamtbreite im Zuschnitt also 10 cm. Ich habe dazu also Band in einer Gesamtlänge von ca. 5 m zugeschnitten und dabei Stoffreste von den zwei heller-türkisgrundigen Stoffen, sowie die verrückten Piranhas verwendet. Streifen wollte ich nicht (wird bestimmt schief!), die großen Segelschiffe waren mir zu wenig kontrastierend zum Königsblau der Umrandung und der Lost-in-Space-Roboterstoff ist vom Griff ein wenig anders und feiner, passte auch nicht ganz so gut.
Also abwechselnd türkise Streifen und Monsterfische aneinandernähen, bügeln. Falten, bügeln. Die Rückseite der Einfassstreifen habe ich mit der Maschine genäht und dabei den Tipp beachtet nicht direkt in der gefalteten Lini zu nähen, sondern etwas rechts daneben (so hat man etwas Mehrweite vom Band, um die Deckendicke auszugleichen).
Auf der Oberseite habe ich das Einfassband dann von Hand unsichtbar angenäht. Eine eher meditative Aufgabe, die mir hier aber richtig Spaß gemacht hat. Mit der Maschine wollte ich es nicht machen, da ich Angst hatte, dass sich das ganze sehr verzieht und nicht ordentlich genug wird. Außerdem mag ich es, dass man hier keine Naht sieht.
Dauer: keine Ahnung, Vorarbeit, Band mit Maschine annähen und Ecken - ca. 2-3 Stunden, Band von Hand annähen: einige Folgen Big Bang Theory..


Tja, und das wars dann auch schon. Die Decke fühlt sich traumhaft schön an und ich habe die ganze Zeit, wo sie so halbfertig auf dem Bügelbrett lag schon immer vorsichtig darüber gestreichelt und mich gefreut. Das gibt so richtig Motivation - zu sehen, wie sich etwas, das man näht genau in die Richtung entwickelt, wo man es haben will. Das helle Einfassband gibt der Decke ein schönes Gegengewicht zum Königsblau und der Bär hinten ist einfach ein Zuckerl.

Ja, ich war lange schon nicht mehr so stolz auf etwas Genähtes, auch wenns doch eigentlich "nur" gerade Linien sind.
War sicher nicht die letzte Decke, ich hätt gerne selber eine, in etwas gedeckteren Farben und mit Dreiecken und dann vielleicht noch eine in bunt für den Balkon (haha, der ist noch imaginär, genau wie das Sofa für die erste Decke..).

Jetzt hoff ich, dass sich die Beschenkten über das Geschenk freuen, ich habs wirklich gern gemacht und hoffe, meine Nichte erfreut sich lange an der Decke.

Fakten:
Patchworkdecke 105x135 cm, genäht im Mai 2014
Gesamtdauer incl. Zuschnitt: ca. 3 volle Tage und ein paar abendliche Stunden zum Band annähen (ohne Applikation hinten ca. 1/2 Tag kürzer)
Materialkosten: ca. 100 Euro - Patchworkstoff ist ziemlich teuer und ich hatte einfach nichts, was farblich und stoffmäßig gepasst hätte. Markenvlies hab ich auch gekauft, in der Hoffnung, dass es wirklich lange hält.
Spaßfaktor: Hat man mal zugeschnitten: sehr hoch!

Respekt, wer bis hier hin durchgehalten hat :).