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Mittwoch, 4. Oktober 2017

Babystricken: Eine Decke für den Neffen

Ist hier grad sehr kinderlastig, aber was soll ich sagen - die Verwandtschaft schläft nicht ;). Natürlich habe ich mich über die Ankündigung, zum vierten Mal Tante zu werden sehr gefreut - ein bisschen besonders vor allem, weil es sich dieses Mal um Nachwuchs auf "meiner Seite" der Familie handelt - meine Schwester ist Mutter geworden.

Zur Begrüßung wollte ich eigentlich eine Decke stricken. Ruhig ein bisschen größer, damit das Kind später auch noch was davon hat. Jaaa, was soll ich sagen.. schlechte Idee! Gestreift, kraus rechts - das langweiligste, größte Strickprojekt ever! Es nahm und nahm gefühlt kein Ende, in den Urlaub mitnehmen konnte ich es nicht (bisschen voluminös fürs Flugzeug) und so gingen einige Abende rein. So ganz pünktlich fertig war sie dann auch nicht, aber jetzt, 5 Wochen später konnte ich die Decke dann beim Erstbesuch persönlich vorbeibringen.



Gestrickt habe ich die Decke aus 16 Knäuel Cool Wool Big von Lana Grossa à 50g - pro Farbe 100 g. Die Endgröße nach dem Waschen ist ca. 106 cm x 135 cm (das war schon auch das, was ich mir anfangs vorgestellt hatte.. nur strick ich einfach zu langsam für sowas!). Mit 3,5 mm Nadeln habe ich ca. 3-4 Monate immer mal wieder daran gesessen.


Die Wolle fasst sich sehr weich und angenehm an - nur in einem Knäuel hatte ich arg viel spleißenden Faden, das war ziemlich nervig. Aber vermutlich ist halt immer mal wieder ein Montagsknäuel dabei.. Damit die Kanten schön werden habe ich die letzte Masche in einer Reihe mit dem Faden vor dem Strickwerk nur abgehoben und in der nächsten Reihe dann gestrickt, das ergibt einen schönen Abschluss.

Die Mama war übrigens sehr begeistert von der Decke, der Kleine hat dazu glaub ich noch keine Meinung.. ;).


Und weil ich das "Hurra, du bist da!"-Paket nicht so ganz ohne was fürs Kind (der Rest war eher für die Mama - selbstgekochtes Tomaten-Sellerie-Sugo, Stilltee, Kompressen für die wunden Brustwarzen etc.) verschicken wollte, habe ich noch schnell (ja, das geht nun wirklich fix!) eine Hose und ein passendes Halstuch fürs Kindelein genäht.
Die Pumphose habe ich nach einem Freebook von Little Bee in der Größe Newborn aus einem Stück dickeren Restejersey genäht, den ich noch im Schrank hatte - die Hose passt auch einem eher kleinen und schmalen Baby (ca. 3000 kg) schon ganz gut, lt. der Mama besser als einige gekauften. Und sie ist schon irgendwie ziemlich süß..

Mittwoch, 13. September 2017

Beinfreiheit - eine Sommerhose

Nicht ganz pünktlich zum Ende der Sommerpause beim memademittwoch möchte ich mich hier auch mal wieder melden. Ist ja nicht so, dass die Hände still stehen würden, aber ich bin einfach unmöglich, was das Dokumentieren und Fotografieren fertiger Sachen betrifft.. hier hab ichs aber doch mal geschafft!

Der Sommerurlaub führte uns dieses Jahr auf einen Roadtrip durchs Baltikum (genauer gesagt durch Lettland und Estland) - da war eine leichte, lange Sommerhose genau richtig im Gepäck.


Entstanden ist sie nach dem sehr einfachen (und kostenlosen!) Schnitt "Flotte Beinfreiheit" von Yva R. Genial konstruiert - nur ein Schnittteil für die Hose und trotzdem Taschen! Die Hose sitzt am Hintern enger und wird dann schön weit, so wie ich das im Sommer mag. Man kann sie sehr hippiesk-lässig tragen oder mit einem schickeren Top und Kette durchaus auch edler tragen.


Ich habe die tief sitzende Variante genäht und ihr einen relativ hohen elastischen Bund gegönnt - so passt der wachsende Bauch auf alle Fälle gut hinein - mit Abstand die zur Zeit bequemste Hose, die mich auch schon so manchen Arbeitstag bei 35°C gerettet hat.


Als Stoff habe ich Musselin von Frau Tulpe verwendet - eine super Wahl hierfür, der Stoff fällt sehr weich und schön. Beim Zuschnitt wollte ich den Stoff eigentlich erst als unelastisch zuschneiden (unterschiedliche Größen für elastische bzw. nicht elastische Stoffe), aber dann hätte der Stoff nicht gereicht. Und eigentlich, wenn man das Gecrinkel nicht aufzieht ist Musselin ja irgendwie doch elastisch. Ich hab mich da also so durchgemogelt, zum Schluss hatte ich mein ewiges Hosenproblem - vorne irgendwie viel zu viel Stoff. Ca. 3 cm habe ich noch in der mittleren Naht rausnehmen können, den Rest habe ich in zwei Fältchen gelegt. Und jetzt überleg ich mir, ob ich nicht auch noch eine Variante in dünnem Cordstoff für den Herbst nähen sollte..


Ach Saaremaa.. ich vermiss dich schon ein bisschen!



Montag, 12. Mai 2014

Wüstenanzugshose

Ja heureka, ich hab auch mal wieder was genäht. Und nicht nur Täschchen oder einen Rock aus grandiosen zwei Teilen. Ich bin stolz auf mich ;). Irgendwie haperte es mit der Motivation, dann brauch ich nicht unbedingt neue Klamotten, sondern versuche eher, meinen Schrank etwas zu verkleinern.. tja, dann kam das Burdaheft für den April und ich verliebte mich sofort in eine Queen of the Desert Wüstenhose. Ich mein, Sarouelfalten, spitze Hüftpasse und Leinen, da ists um mich sowieso leicht geschehen.


Ich hab ja schon so ein paar Hosen in die Richtung, aaaber - diese ist doch anders. Sie hat keine Pumphosenbeine, sondern wird relativ schmal, hat eine Bügelfalte und sieht insgesamt schicker aus. Die Beine können dabei aber gekrempelt werden und so ergibt das einen ganz lässigen Wüstenschick. Kann man mit Shirt und Blazer kombinieren oder mit der indisch anmutenden zarten Longbluse, mit Tanktop und langer Kette usw. Ganz viele Möglichkeiten, dabei sommerarbeitstauglich. In Hinblick auf Sommer (und unter der Beachtung, dass ich bereits zwei schwarze Leinenhosen besitze) habe ich mich farbtechnisch für einen Grau-braun-beige-sandton entschieden, der lässt sich gut kombinieren und kommt mir mit meiner aktuellen Monochrom/Naturtöne+Schwarz-Phase ganz gelegen.


Die Verarbeitung war recht problemlos, auch meinen ersten nahtverdeckten Reißverschluss in Kombi mit Hüftpassentaschen habe ich ganz gut gemeistert. Leinen verarbeite ich ja sowieso gerne. Wenn man so rumsteht, wirkt die Hose oben vielleicht etwas bollerig, das gibt sich aber in Bewegung, da fallen die Falten wirklich schön und stehen nicht komisch ab. Ich glaub, wir werden ein gutes Team!


Den Innenbund hab ich mal wieder mit einem meiner Lieblingsbaumwollfutterstoffen gefüttert: Wildes Blumenmuster in Rot-Violett-Braun. Passt farblich perfekt und ist sehr angenehm auf der Haut, nicht ganz so kratzig wie Leinen. Brav von Hand angenäht, das sieht dann hübsch ordentlich aus. Interessant fand ich die Verarbeitung der Hüftpassentaschen innen - die ist hier nämlich praktisch wie ein Sattel, so dass beide Taschenbeutel zusammen hängen. So bleiben die Taschenbeutel exakt da, wo sie hinsollen. Ich habe die bislang immer einzeln und "hängend" verarbeitet. So sind sie fixierter, find ich praktisch, das merk ich mir fürs nächste Mal.


Jetzt Sommer, bitte kommen!
Schnitt: Modell 110 C aus Burdastyle 04/2014
Stoff: knapp 2 m Leinen, ein bisschen Baumwolle fürs Futter
Aufwand: ca. 2 -3 Tage (1 Schnitt abpausen, zuschneiden, Markierungen übertragen, 2 nähen bis auf Bund und Saum, 3 Bund von Hand angenäht, Saum festgelegt und genäht)

Montag, 10. Juni 2013

Schlumpumper die x-te.

Ich nähe ziemlich selten das gleiche Kleidungsstück zwei Mal. Aber hier wars nötig - die Lieblingssommerhose droht sonst damit, den diesigen eventuell nicht zu überleben. Leinen, weite Beine, tiefer Schritt. Aladin / Sarouel oder eben: Schlumpumper. Ich liebe die erste schwarze Variante, gibt kaum was Bequemeres im Sommer.


Also habe ich auf dem Stoffmarkt nach Leinen für eine zweite Version Ausschau gehalten und bin fündig geworden: Die Wahl fiel auf ein schönes, warmes dunkles Braun (sonst gar nicht so meine Fall, aber gerade in der Kombi mit anderen erdigen Tönen gefällt mir das jetzt richtig gut).
Und in der Regenurlaubswoche war die Hose dann auch schnell genäht. (Und gestern war das Wetter dann so, dass man die Hose auch mal fotografieren konnte.)


Ursprüngliches Schnittmuster: Burda 01/2011, Schnitt 124 C ,entdeckt und leicht abgewandelt durch Natron und Soda, die das ganze in Leinen genäht hat. Gute Idee!



Meine Änderungen zum Schnitt entsprechen in etwa denen von Natron: Schritt ca. 5 cm nach unten verlegt, Beine jeweils ca. 5 cm weiter (also insgesamt jeweils 10 cm Mehrweite), außerdem habe ich auch Hüftpassentaschen eingebaut. So eine Hose ohne Taschen geht gar nicht.
Das erste Mal habe ich die Fußbündchen genauso wie Soda mit Druckknöpfen gemacht. Dieses Mal habe ich mich für einen halbwegs passenden braunen Jersey aus dem Fundus entschieden - viel bequemer, so drückt kein Knopf, wenn man gern und oft im Schneidersitz sitzt. ;). Weiterer Vorteil: Man kann die Bündchen etwas nach oben ziehen und hat dadurch eine lustige 3/4 Ballonhose. Also, wer sowas mag ;).


Der Innenbund ist wieder aus mit Vlieseliner verstärkter Baumwolle, dadurch sitzt er ganz gut und leiert nicht aus. Der gemusterte Futterstoff ist auch vom Stoffmarkt und ich freue mich immer, wenn ich ihn sehe. Ich mag das bisschen Gold und hellbraun-beige und sogar das Pink zum Braun gerne. Den Bund habe ich innen erst wieder festgehftet und dann von Hand in der Nahtlinie angenäht. So sieht man von außen nichts und es verzieht sich nichts. An der Seite habe ich einen nahtverdeckten Reißverschluss eingebaut, das hat dieses Mal auch wieder richtig gut geklappt.


Nach dem ersten gemeinsam verbrachten Wochenende kann ich es ja sagen: Jaa, ich glaube ich hab da ein neues Lieblingsstück.

Sonntag, 29. April 2012

Schlumpumper, die Dritte

Schlumpumperhose, die: Saubequeme Hose mit tiefem Schritt. Langem oder kurzem Bein. Aus Leinen, Jersey, was auch immer. Andere nennen sie auch Sarouel/Haremshose/hässlichstes Ding der Welt. Für mich: Schlumpumper. Fragt nicht, wie ich darauf kam.

Wie ich auf die Art von Hosen kam weiß ich allerdings noch allzugut. Es war ein Frankreichurlaub, irgendwo am Atlantik, irgendein Surferort. Ich war etwa 12 und kam in diesen Ethnoladen und verliebte mich in eine knallrote Hose, deren Schritt irgendwo zwischen den Knöcheln hing. Meine Mutter bestärkte mich sehr darin, mein Taschengeld in diese Hose zu investieren. Ich tats. Und traute mich nicht damit aus dem Haus. Erst Jahre später habe ich sie wenigstens als Feierabendhose benutzt. Und noch ein Jahr später, trug plötzlich alle Welt trugen schon ein paar mehr Leute Sarouelhosen. Also habe ich den Schnitt grob abgenommen und mir eine schwarze mit Jerseybund genäht, die liebe ich heiß und innig. Als nächsts folgte eine Variante nach Burdaschnitt aus Leinen, inspieriert von Natron & Sodas Variante und für dieses Jahr habe ich mir ein neues Burdamodell vorgenommen. Stammt aus dem Jahr 2010, Juli Ausgabe (vermutlich sind trägt man die Teile dieses Jahr gar nicht mehr, ist mir aber eigentlich auch egal, ich bin da nicht so auf dem Laufenden).

Zutaten: 1,7 m grauer Jersey in mitteldick, ein Restchen Jersey für den Innenbund, ein bisschen Vlieseline G785, zwei Knöpfe, Nähgarn. Bis auf die 1,7m war alles vorhanden - Kostenpunkt also unter 10 Euro. Kann man nicht meckern.

Erste Schwierigkeit beim Zuschnitt: Auf dem Stoff lässt sich rein gar nichts anzeichnen, meine Markierungen waren also alle eher pi mal Daumen. Faszinierenderweise hat trotzdem alles aufeinandergepasst.

Änderungen: Ich habe mich relativ kurz entschlossen dazu entschieden, den inneren Bund aus einem gemusterten Jersey zu machen, den ich noch da hatte, stellte ich mir hübsch vor (und ist auch hübsch geworden). Außerdem kam mir unterm Nähen noch die Idee, in die eine Seite ohne Überlapp eine Nahttasche einzubauen. Hosen ohne Taschen mag ich nämlich eigentlich gar nicht. Hier ist ein schönes Videotutorial dazu, blendet man mal die Stimmen aus (im Notfall: Ton abdrehen!). Wenn man es auch wirklich anguckt und nicht schonmal losnäht, näht man bestimmt auch die Tasche aufs erste Mal richtig herum an..
Sehr ordentlich, nur etwas höher säße sie besser, hab da den Bund nicht richtig mit eingerechnet.
Eigentlich sollte der Bund auch oben und unten nochmal abgesteppt werden - ich habe nach zwei Versuchen darauf verzichtet, da meine Maschine und Jersey nicht die allerbesten Freunde sind. Trotz Bügeln und Heften verzog sich alles sehr unschön. Also habe ich den Innenbund von Hand angenäht, und zwar exakt in der Nahtlinie Bund-Hose. Vorbild: Eindeutig Natron mit ihrem "Innenschön"-Tick. Nicht, dass irgendjemand den Innenbund sehen würde... Dann noch eine Knopfentscheidung treffen (schwierig schwierig, dabei sieht den keiner!).

Dann war die Hose aber eigentlich recht schnell fertig, wenn man den Bund nicht von Hand annäht (dauerte bei mir eine Folge Topfmodell). Und sie ist soo bequem. Leider gab es noch ein kleines Missverständnis zwischen Burda und mir. Und zwar schrieb sie man solle die Gürtelschlaufen 5 und 20 cm von der Seitennaht entfernt annähen. Wenn man das so macht, hat man am Ende eine Gürtelschlaufe mitten auf dem Bauch --> häh?? Vermutlich wäre 5 cm und 25 cm bzw. 20 cm von der ersten Gürtelschlaufe gemeint gewesen - der Jersey mag nicht so gern aufgetrennt werden und ich mochte den Bund nicht wieder trennen und überhaupt... trag ich meine Tops sowieso darüber. Also - ignorieren. Aber sollte ich die Hose nochmal nähen (was ich mir durchaus vorstellen könnte), dann werde ich das definitiv ändern.

Gestern war es sogar noch warm genug, sie nach dem Arbeiten anzuziehen! Vorhang auf für Bleichi! Mit Feierabendbier ;)
Und hier sieht man die etwas unglückliche Stelle der Gürtelschlaufe. Irgendwie gehört das anders ;).
Vielleicht sollte man auch die Hose nochmal bügeln.. Vielleicht.
Und jetzt alle die Daumen drücken, dass es in zwei Wochen in der Hauptstadt im Südwesten Europas schön warm ist, dann darf Schlumpumper Stadtluft schnuppern!